Saturday, July 29, 2006

Kleinstadtpartys und andere Ungeheuer...

Momentan bin ich, bedingt durch die "hart verdienten" Semesterferien, sozusagen auf Heimaturlaub.Das heißt nicht im großen, wilden Kiel, sondern im eher beschaulichen Visselhövede.Visselhövede ist eine ziemlich leblose 5000 Einwohner "Stadt".Der geneigte Leser mag sich jetzt fragen wie man mit 5000 Einwohnern Stadt wird, nun ja, "back in the days" haben hier 90% NSDAP gewählt, und Adolf hat sich dafür revanchiert.
Nach mehreren Jahren Großstadtleben muss man sich hier natürlich etwas umgewöhnen und auf manche, nahezu lebenswichtige, Instutitionen verzichten. Es gibt hier z.B keine Fußgängerzone, kein Cinemax, kein Subway, kein World Coffee, keine Clubs, keine Cocktailbars, keine Museen (bis auf das wirklich äußerst spannende Heimatmuseum), keine Kunstgalerien, keine 24 Stunden Tankstellen, keine Kaufhäuser, keine türkischen Lebensmittelgeschäfte, keine asiatischen Restaurants....verdammt, was gibt es hier eigentlich?Nein, jetzt bin ich unfair, hier gibts dafür viele Sachen, die es in Großstädten nicht gibt, z.B. saubere Luft zum Atmen, Wiesen, Weiden, Kühe, Pferde, Trecker und Kleinstadtpartys.Kleinstadtpartys sind eigentlich keine richtigen Partys, weil es eigentlich nicht darum geht zu feiern, sondern sich kollektiv möglichst schnell und hemmungslos zu betrinken.Meistens ist das in Großstädten nicht viel anders, aber hier läuft das ganze noch ein bißchen schneller und hemmungsloser ab.Nach genauer Analyse meinerseits ist dieser Umstand hauptsächlich auf 3 Gründe zurückzuführen:

1. Die allumfassende, klebrige Langeweile.

2. Der unproblematische Rückweg: in Kleinstädten gibs es anscheinend ein Gesetz, das man seine Wohnung nach 22 Uhr nicht nüchtern verlassen darf.Das heißt:keine Autofahrer, und falls man betrunken mit anderen Fußgängern und/oder Radfahrern zusammenstößt, sind die auch betrunken, und man kann sich gemeinsam über eigene und fremde Schürfwunden amüsieren.

3. Turbobier. (Strohhalm in die Bierflasche, Strohhalm umknicken, Bierflasche ansetzen, Kopf kippen, Bier laufen lassen. Der gestrige Visselhöveder Rekord liegt bei 3,1 Sekunden)

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